Diagnose und Erforschung hochansteckender Erreger Hochsicherheitslabor des Robert Koch-Instituts in Betrieb

Das bereits 2015 eröffnete Hochsicherheitslabor des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin-Wedding nahm am 31. Juli 2018 den Betrieb auf. Nach erfolgreicher Test- und Probephase können in dem Labor der höchsten Schutzstufe (S4) nun lebensbedrohliche, hochansteckende Erreger sicher diagnostiziert und erforscht werden. Dazu gehören Ebola-, Marburg-, Lassa-, Nipah- und auch die in Europa vorkommenden Krim-Kongo Hämorrhagische-Fieber-Viren.

Die Erforschung des Ebolavirus zählt zu den zentralen Aufgaben der neuen Einrichtung. Wie lange Ebolaviren außerhalb von Wirtszellen vermehrungsfähig bleiben und welche Tiere das Virus natürlicherweise in sich tragen, soll hier künftig u. a. untersucht werden. Weiterhin verspricht das RKI, dass auch die Patienten des benachbarten Charité Campus Virchow-Klinikum von dem Hochsicherheitslabor profitieren werden. Dort befindet sich eine Sonderisolierstation und der einzige Lehrstuhl für Infektiologie in Deutschland.

Das RKI-Labor ist eine von der Umgebung völlig getrennte aerosol- und luftdichte Einheit mit eigener Luft-, Strom- und Wasserversorgung. Mehrstufige Sicherheitssysteme verhindern, dass die gefährlichen Viren in die Umwelt gelangen. Die Labormitarbeiter arbeiten in geschlossenen Schutzanzügen mit externer Luftzufuhr.

Verwendete Materialien, vor allem Abwässer und Abfälle, werden inaktiviert, um möglicherweise anhaftende oder enthaltene Viren abzutöten, beschreibt das RKI eine Auswahl von zahlreichen Schutzmaßnahmen, die den sicheren Laborbetrieb gewährleisten sollen.

Mit dem neuen Berliner Hochsicherheitslabor verfügt Deutschland nun über drei humanmedizinische S4-Labore. Mit seinen 330 Quadratmetern sei es im Vergleich zu den Einrichtungen in Hamburg und Marburg das größte. Darüber hinaus könne es das ganze Jahr lang 24 Stunden täglich arbeiten, so RKI-Präsident Lothar H. Wieler.

Quellen