Zahl des Monats 13 Patienten kommen im Schnitt auf eine Pflegefachkraft in Deutschland

Laut der internationalen Pflege-Vergleichsstudie Registered Nurse Forcasting RN4CAST-Studie) aus dem Jahr 2012 muss sich eine Pflegefachkraft in Deutschland um durchschnittlich 13,0 Patienten kümmern – und damit um teils deutlich mehr Patienten als in 12 weiteren befragten und vergleichbaren Staaten. In den Niederlanden versorgt eine Pflegefachkraft beispielsweise durchschnittlich 7,0 Patienten, in Schweden sind es 7,7 und in der Schweiz 7,9. Das Gefälle vergrößert sich weiter, wenn man die Pflegehilfskräfte hinzurechnet: Während in Deutschland eine Pflegekraft für 10,5 Patienten zuständig ist, sind es in den Niederlanden und der Schweiz jeweils 5,0 Patienten und in Schweden 4,2.

Angesichts dieser Werte verwundert es nicht, dass ein großer Teil des Pflegepersonals in Deutschland unzufrieden ist und sich ausgebrannt fühlt. 36 Prozent der in Deutschland befragten Krankenschwestern sind deshalb auf der Suche einem neuen Job. Die Forscher der RN4CAST-Studie vermuten, dass die Frustration der deutschen Pflegekräfte im wirtschaftlichen Druck nach Einführung der Fallpauschalen begründet liegt.

Prof. Dr. Michael Simon und Sandra Mehmecke kommen in einer von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Studie, die im Februar 2017 erschienen ist, zu dem Ergebnis, dass gesetzlich festgelegte Mindestschlüssel (Nurse-to-Patient Ratios) einer Arbeitsüberlastung entgegenwirken und zur Qualitätssicherung maßgeblich beitragen können. International bereits bestehende staatliche Vorgaben zur Mindestbesetzung der Krankenhäuser – zum Beispiel in US-Bundestaaten oder Australien – böten dafür viele Anregungen.

Quellen