Katheter, Schutzausrüstung oder Blutbeutel – in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung erfüllen Produkte aus Kunststoff wichtige Aufgaben. Gerade die Produkteigenschaften von Kunststoffen wie die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit, Chemikalien oder Wärme, die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sowie die hohe Verträglichkeit machen den Rohstoff in der Medizin unentbehrlich. Trotz vieler Vorteile für die Patienten- und Arbeitssicherheit resultieren aus der schieren Menge auch viele Abfälle, ein hoher Ressourcenverbrauch sowie ein großer CO2-Fußabdruck. Besonders problematisch: Laut einer aktuellen Studie der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) wird sich der weltweite Verbrauch von Plastik bis 2060 verdreifachen.
In diesem Kontext stellt sich aber natürlich auch die Frage: Wie wirkt sich der Kunststoffkonsum auf die Gesundheit der Weltbevölkerung aus? Nach einer aktuellen Studie des Forschungsteams um Megan Deeney von der London School of Hygiene & Tropical Medicine werden sich die gesundheitsschädigenden Effekte durch Emissionen aus dem Plastiklebenszyklus – sprich Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Recycling und Entsorgung – zwischen den Jahren 2016 und 2040 verdoppeln. Davon werden mehr als 80 Prozent durch die Primärproduktion von Kunststoffen verursacht, knapp 15 Prozent durch die Abfallverbrennung.
Laut den Forschenden müssten die vielfältigen Funktionen von Kunststoffen über alle Sektoren hinweg bewertet und gleichzeitig deren gesundheitlichen Auswirkungen berücksichtigt werden. Diese Forderung ist, global gesehen, ohne ausreichend zwischenstaatliche Kooperation allerdings nur schwer umsetzbar, da man nicht davon ausgehen kann, dass alle Staaten die gleichen strengen Regeln vorschreiben. Trotz allem gibt es vielfältige Projekte, Hersteller und auch Entsorger in Deutschland und Europa, die sich mit dem Thema Kunststoffkreislauf auseinandersetzen und hier einen wertvollen Beitrag leisten. Dazu gehören beispielsweise Projekte zur Kunststoffreduzierung, Produkte aus Recyclingrohstoffen oder auch die Aufbereitung von Kunststoffabfällen zu Rezyklaten, die für die Produktion verschiedener neuer Produkte – darunter beispielsweise auch Abfallbehälter – eingesetzt werden können.