Hitzeschutz Medikamente bei Hitze richtig lagern

Hitzeperioden im Sommer werden immer häufiger. Das wirkt sich auch auf den Klinikalltag aus, insbesondere wenn es um die richtige Lagerung temperaturempfindlicher Arzneimittel geht. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. (ABDA) sind knapp fünf Prozent der Medikamente in Deuschland kühl- oder kühlkettenpflichtig. Diese müssen je nach Präparat bei Temperaturen zwischen zwei und acht bzw. acht und fünfzehn Grad Celsius gelagert werden. Während kühlkettenpflichtige Medikamente dauerhaft gekühlt werden müssen, dürfen kühlpflichtige Arzneimittel auch außerhalb des vorgeschriebenen Lagertemperaturbereichs transportiert werden. Auch weniger temperaturempfindliche Medikamente wie Zäpfchen, Salben oder Dosieraerosole sind nicht vor anhaltend hohen Temperaturen und Sonneneinstrahlung gefeit: Dauerhafte Temperaturen von über 25 Grad Celsius können zu Qualitäts- oder Wirksamkeitsverlusten führen.

Um hitzebedingte Schäden an Arzneimitteln zu vermeiden, überwachen viele medizinische Einrichtungen und Apotheken ihre Lagertemperaturen digital: Sensoren und Datenlogger erfassen permanent die Temperatur im Lagerraum, melden Abweichungen automatisch und dokumentieren die Werte. Ist die Kühlkette – beispielsweise aufgrund defekter Kühlgeräte, Temperaturschwankungen oder Transportprobleme – unterbrochen, muss die Produktqualität kühlkettenpflichtiger Medikamente neu bewertet werden. In vielen Fällen bleibt dann nur die Entsorgung. Je nach Arzneimittel sind spezifische Vorgaben zu beachten: Für ungefährliche hitzegeschädigte Medikamentenabfälle gilt AS 18 01 09, für zytotoxische und zytostatische Arzneimittel AS 18 01 08*. Die gefährlichen Abfälle sind in bauartgeprüften, stich- und bruchfesten Einwegbehältnissen zu sammeln und dürfen nicht umgefüllt, sortiert oder vorbehandelt werden.

Werden Medikamente bei heißen Außentemperaturen richtig gelagert und bei Bedarf gekühlt, können Ressourcenverluste vermieden werden. Folgende Maßnahmen sind hier zu beachten:

  • Geeignete Lagerbedingungen: Lagerräume sollten klimatisiert sein, idealerweise auf der Nordseite des Gebäudes liegen und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein.
  • Digitale Temperaturüberwachung: Sensoren erfassen die Temperatur in den Lagerräumen kontinuierlich und lösen bei Abweichungen einen Alarm aus.
  • Temperaturgerechter Transport: Geeignete Kühlboxen sorgen dafür, dass die Kühlelemente nicht direkt mit den Arzneimitteln in Kontakt kommen.
  • FIFO-Prinzip: Ältere Bestände werden zuerst entnommen, um während der Hitzeperiode unnötig lange Lagerzeiten zu vermeiden.
  • Kühlsysteme mit Notstromversorgung: Notstromaggregate oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) halten die Kühlung in kritischen Lagerbereichen auch bei einem Stromausfall automatisch aufrecht.
  • Ausweichoptionen bei Geräteausfall: Sollte es zu einem Ausfall kommen, müssen alternative Kühlmöglichkeiten, beispielsweise in Partnerapotheken oder durch mobile Kühleinheiten, verfügbar sein.

 

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