Forschung Pilotprojekt für ressourcenschonendes Wassermanagement im Krankenhaus

Krankenhäuser zählen nicht nur zu den abfallintensivsten Einrichtungen im Gesundheitswesen, sondern weisen mit bis zu 600 Litern Wasser pro Belegbett und Tag auch einen hohen Wasserverbrauch auf. Zum Vergleich: Eine Person in einem durchschnittlichen Haushalt verbraucht täglich rund 120 Liter Trinkwasser. Seit Mitte 2025 erforscht eine Projektgruppe um Dr. Felix Glahn am Universitätsklinikum Halle (Saale) deshalb, wie sich das Wassermanagement in medizinischen Einrichtungen ressourcenschonender gestalten lässt. Im Mittelpunkt des Projekts stehen zum einen der hohe Trinkwasserbedarf der Klinik, zum anderen die Entwicklung eines innovativen Verfahrens zur Abwasserreinigung. Gerade in medizinischen Einrichtungen ist das Abwasser in besonderem Maße mit Krankheitserregern und Arzneimittelrückständen belastet.

Das mit rund 983.000 Euro vom Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt geförderte Projekt ist in mehreren Phasen angelegt. In der ersten Projektphase wurden die Wasserverbräuche und Abwasserströme des Universitätsklinikums Halle (Saale) analysiert. Aufgrund des hohen Wasserbedarfs standen dabei die Dialyse sowie die Sterilgutversorgung im Fokus. Im nächsten Schritt sollen technische Lösungen entwickelt werden, die einerseits den Trinkwasserverbrauch senken und eine verstärkte Nutzung von Regen- und Grauwasser ermöglichen. Andererseits soll das Abwasser zur Wärmegewinnung eingesetzt sowie von Keimen und Arzneimittelrückständen gereinigt werden. Parallel untersucht das Institut für Umwelttoxikologie des Universitätsklinikums Halle mithilfe von Tests an Fadenwürmern und Algen, ob auch die chemischen Abbauprodukte von Antibiotikarückständen nach der Reinigung unerwünschte Auswirkungen haben.

Um zu verhindern, dass größere Mengen Altmedikamente ins Abwasser gelangen, sind Arzneimittel sicher zu lagern und gemäß ihren Abfallschlüsseln zu entsorgen. Zytotoxische und zytostatische Arzneimittel – sogenannte CMR-Arzneimittel – gelten als gefährliche Abfälle und müssen nach Abfallschlüssel 18 01 08* entsorgt werden. Für ungefährliche Medikamente gilt AS 18 01 09, kleinere Mengen können aber auch nach Abfallschlüssel 18 01 04 entsorgt werden. Gelangen diese Arzneistoffe dennoch in die Umwelt, beeinträchtigt das nachweislich das Wachstum von Algen und Umweltbakterien. Gelangen Wirkstoffreste in das Grundwasser, können sie auch in den menschlichen Organismus gelangen. Laut dem Bundesumweltministerium besteht aktuell aber keine akute Gefahr für die menschliche Gesundheit.

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