Anästhesie Helios Kliniken setzen flächen­deckend auf Recycling von Narkose­gasen

Im Rahmen der Klimastrategie des Mutterkonzerns Fresenius wurden bis Ende September 2025 sämtliche Intensivstationen der mehr als 80 deutschen Helios Kliniken mit Systemen zum Recycling von Narkosegasen ausgestattet. Der Konzern rechnet damit, durch diese Umstellung seine narkosegasbedingten CO₂-Emissionen um etwa ein Fünftel zu reduzieren. Damit ergibt sich nach Unternehmensangaben ein Einsparpotenzial von rund 600 Tonnen CO₂-Äquivalenten jährlich, bei derzeit insgesamt 3.200 Tonnen.

Um die Freisetzung der klimaschädlichen Narkosegase zu verhindern, können Kliniken spezielle Filter nutzen, die direkt an den Beatmungs- und Narkosegeräten installiert sind. Auf diese Weise können rund 90 Prozent der Anästhesiegase aufbereitet und wiederverwendet werden, bevor sie in die Atmosphäre gelangen. Neben dem Recycling der Narkosegase ist auch die sachgemäße Entsorgung weiterer Rückstände im Operationssaal unverzichtbar: Atemkalk etwa gilt als gefährlicher Abfall und ist nach AS 180106* zu entsorgen. Fallen größere Mengen hiervon an, sind auch die Schlüssel AS 150202* oder AS 160506* relevant. Die Entsorgung ist überwachungsbedürftig, weshalb in jedem Fall ein Nachweis für die Sonderabfallverbrennung geführt werden muss. Spezialisierte Anbieter bieten zudem auch die Aufbereitung der Atemkalk-Kartuschen an.

Dass das Thema Nachhaltigkeit in der Anästhesie zunehmend an Bedeutung gewinnt, zeigen auch andere Häuser: Die Charité reduzierte beispielsweise ihre Emissionen seit 2018 um mehr als 80 Prozent, indem sie auf das besonders umweltschädliche Desfluran verzichtet und verstärkt Propofol sowie Sevofluran im Minimal-Flow-Verfahren einsetzt. Dabei werden bis zu 60 Prozent weniger Anästhetika benötigt. Das Universitätsklinikum Düsseldorf sowie die Universitätsmedizin Greifswald setzen wie die Helios Kliniken auf ein Verfahren, das Narkosegase auffängt und dem Recycling zuführt. Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wiederum läuft ein Pilotprojekt zur Verwertung von Beatmungsschläuchen, deren Rohstoffe separat gesammelt, granuliert und erneut eingesetzt werden sollen.

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