Enormes Abfallaufkommen bei Zytostatika Packungsgrößen und Haltbarkeit ursächlich

Für das laufende Jahr rechnen das Robert Koch-Institut und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland mit ingesamt 500.000 neuen Krebserkrankungsfällen im Bundesgebiet. Viele Betroffene werden mit Hilfe von Zytostatika den Kampf gegen die schwere Krankheit antreten.

Wie ein aktueller Bericht der Tagesschau nun beleuchtet, entstehen bei der Zubereitung jeden Tag empfindliche Mengen an Sonderabfall: Die Pharmaunternehmen würden überdimensionierte Packungen liefern, die den Bedarf eines durchschnittlich großen Patienten deutlich übersteigen. Da sie nach Herstellerangaben maximal 24 Stunden nach Anbruch, meist auch deutlich kürzer, zur individuellen Zubereitung verwendet werden dürfen, steht die Entsorgung auf der Tagesordnung. Auf knapp 16 Millionen Euro beliefen sich die Kosten für die so entstandenen, unbrauchbaren Medikamenten-Reste im Jahr 2015. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und viele Apotheker fordern deshalb entsprechende Maßnahmen, um dieser Überschussproduktion entgegenzuwirken.

Da der direkte Kontakt mit den hochpotenten Krebsmedikamenten reizende oder gewebestörende Effekte auslösen kann, ist die Zubereitung in der (Krankenhaus-) Apotheke und auch die Entsorgung – sowohl der Medikamente selbst als auch von kontaminierten Materialen und Sicherheitswerkbänken – reglementiert und untersteht strengen Sicherheitsvorkehrungen.

Quellen