Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) hat im vergangenen Jahr eine überarbeitete Leitlinie zu den Hygieneempfehlungen für die Regionalanästhesie veröffentlicht. Der Leitfaden beinhaltet aktualisierte Standards zur Händehygiene, zu Desinfektionsmitteln, Ultraschallverfahren, Kathetermanagement, räumlichen Anforderungen und exemplarischen Hygieneplänen. Zudem sind Einmalmaterialien zur Vermeidung von Infektionen als Standard festgelegt – ihre korrekte Entsorgung nach Gebrauch ist ausdrücklich Teil der Leitlinie. Mit den Anpassungen orientiert sich die DGAI an den Maßnahmen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) sowie an internationalen Leitlinien der American Society of Anesthesiologists (ASA) und der American Society of Regional Anesthesia & Pain Medicine (ASRA).
Insbesondere für Abfallbeauftragte ist die Leitlinie von hoher Relevanz: Katheter, Spritzen und Nadeln sind nach Verwendung gemäß den lokalen Hygieneplänen und der Leitlinie zu entsorgen, um Kontaminationen zu minimieren. Diese Materialien sind gemäß AS 18 01 01 in Spritzenabwurfbehältern zu sammeln. Bei der Entsorgung gilt besondere Vorsicht: Über Stich- und Schnittverletzungen können Krankheitserreger übertragen werden. Auch Desinfektionsmittel, Infusionslösungen, Mund- und Nasenschutz, Bakterienfilter oder Medikamentenreste sind gemäß ihrer jeweiligen Abfallschlüssel zu entsorgen. In ihrer beratenden und kontrollierenden Funktion tragen die Abfallbeauftragten somit zu einer Minimierung des Infektionsrisikos bei.
Die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, Hygienethemen mit den lokal zuständigen Personen abzustimmen – das schließt neben der Ärzteschaft, dem Pflege- und Assistenzpersonal auch Abfallbeauftragte ein. Hier stellt das Abfallmanagement eine wichtige Schnittstelle zwischen klinischem Personal, Entsorgungsunternehmen und anderen Hygienebeauftragten dar. Gemeinsam mit ihnen sind Abfallbeauftragte prädestiniert, die neuen Vorgaben umzusetzen. Hier ist eine Überprüfung und ggf. Anpassung des lokalen Hygieneplans empfehlenswert.