Corona und Plastikmüll Millionen Tonnen unsachgemäß entsorgter Abfall aus Krankenhäusern

Wie Schätzungen von Wissenschaftlern der Nanjiang University und der University of California San Diego zeigen, ist die Corona-Krise auch eine Plastikkrise. Der Studie “Plastic waste release caused by COVID-19 and its fate in the global ocean” zufolge seien durch die Coronapandemie bis August dieses Jahres etwa 8,4 Millionen Tonnen an zusätzlichem, nicht sachgemäß entsorgtem Plastikmüll angefallen. 25.000 Tonnen davon landeten im Weltmeer. Hauptverursacher für die Einwegplastikmassen seien mit 87,4 Prozent Krankenhäuser mit ihren steigenden Zahlen an stationären Patienten. 72 Prozent des Abfalls stammten aus Asien. Die Forscher sähen daher ein besseres Abfallmanagement bei medizinischen Abfällen [interner Link: Krankenhausabfälle] in Drittweltländern geboten.

Privat gebrauchte Masken und Schutzausrüstungen machten 7,6 Prozent des zusätzlichen Plastikmülls aus. 4,7 Prozent gingen als Verpackungsmüll auf das Konto des verstärkten Online-Handels. Der Anteil von Corona-Schnelltests betrage lediglich 0,3 Prozent. Die Forscher schätzen, dass das gesamte pandemiebedingte Aufkommen an unsachgemäß entsorgtem Plastik bis Ende 2021 elf Millionen Tonnen erreichen wird, wovon 34.000 Tonnen ihren Weg in die Ozeane finden werden. Angesichts des unabsehbaren Verlaufs der Pandemie und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen droht auch das zugehörige Plastikproblem noch über Jahre die Umwelt zu belasten – und das zusätzlich zu den ohnehin schon aus dem Ruder geratenen Plastikfluten.

Allein 1,56 Millionen Atemschutzmasken gelangten 2020 ins Meer. Die Plastikabfälle bedrohen dabei nicht nur wegen des langlebigen Materials maritimes Leben und ganze Ökosysteme. Durch sie drohen auch biologische Invasionen und die Verbreitung von Schadstoffen, einschließlich COVID-19. Über die Nahrungskette kommen Plastik und Schadstoffe zurück zum Menschen. Der Plastikmüll im Meer gelangt der Studie zufolge zu 73 Prozent über asiatische Flüsse ins Meer. Europäische Flüsse folgen mit elf Prozent.

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