Forschung Recycling von Kunststoffabfällen aus der Dialyse

Derzeit sind in Deutschland rund 100.000 Menschen auf eine Dialyse angewiesen, wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie angibt. Die meisten von ihnen erhalten eine Hämodialyse, bei der das Blut mithilfe einer Maschine außerhalb des Körpers gereinigt wird. Diese Form der Dialyse wird im Schnitt drei Mal pro Woche angewendet, die Peritonealdialyse hingegen täglich. Pro Dialyse fallen rund 2,5 Kilogramm Kunststoffabfälle an – hochgerechnet auf alle Dialysepatienten in Deutschland entspricht das etwa 35.000 Tonnen pro Jahr, wie das KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation angibt.

Genau hier setzt das von der DBU mit rund 295.000 Euro geförderte Forschungsprojekt „Dialycycle“ an: Im Rahmen des vom Chemnitzer Circular MTC e.V. koordinierten Gemeinschaftsprojekts soll innerhalb von 36 Monaten eine ganzheitliche und praxisnahe Prozesskette für das werkstoffliche Recycling kunststoffbasierter Dialyse-Einwegprodukte entwickelt werden. Am Projekt beteiligt sind neben dem KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation auch der Dialysepartner Patient Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung (PHV), BEOS Polymer GmbH, die PolyM Manufaktur GmbH, Gerflor Mipolam GmbH und REMONDIS Medison GmbH. Als assoziierter Partner bringt REMONDIS Medison ihre Erfahrung bei der Dekontamination medizinischer Abfälle ein und übernimmt die Behandlung der gesammelten Kunststoffe in ihrer Anlage.

Die Projektbeteiligten planen, die kontaminierten Dialyse-Einwegprodukte so aufzubereiten, dass sie als Rohstoffe in den Kreislauf zurückgeführt werden können, anstatt sie der thermischen Verwertung zuzuführen. Bislang werden nicht-infektiöse Dialyseabfälle dem Abfallschlüssel 18 01 04 zugeordnet, was ihr Recycling nach gängiger Praxis verhindert. An dieser Hürde setzt die neue Prozesskette an: Sie soll den Weg für das Recycling ebnen und den CO₂-Fußabdruck der Dialyse langfristig reduzieren. Gleichzeitig sehen die Projektbeteiligten großes Potenzial, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in der Kunststoffproduktion zu verringern.

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