Mit Noroviren kontaminierten Abfall richtig entsorgen

Weltweit verbreitet, können Noroviren das gesamte Jahr über Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. In der Bundesrepublik steigen die Ansteckungszahlen insbesondere zwischen Oktober und März. Dieser Zeitraum markiert den saisonalen Höhepunkt. Noroviren gehören zu den sogenannten Caliciviridae. Sie weisen als unbehüllte RNA-Viren eine hohe Resistenz gegenüber ihrer Umwelt auf und sind hoch infektiös. Die kontaminierten Abfälle müssen aus diesem Grund innerhalb des Krankenhauses für Patienten und medizinisches Personal sicher gelagert, transportiert und entsorgt werden. Neuinfektionen müssen ausgeschlossen sein. Neben dem letztendlichen Entsorgungsweg sollten deshalb die Übertragungsmöglichkeiten und Hygienemaßnahmen bekannt sein.

Infektion mit Noroviren

Die Übertragung von Noroviren erfolgt sowohl als Kontaktinfektion über verunreinigte Gegenstände als auch durch orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen. Wasser und Nahrungsmittel können ebenfalls Übertragungswege sein. Der direkte Infektionsweg von Mensch zu Mensch hat bei Erkrankungen, die durch Noroviren ausgelöst werden, jedoch die größte Bedeutung. Aus diesem Grund sind im Gesundheitswesen nicht nur Patienten, sondern immer auch das Personal betroffen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwischen sechs und 50 Stunden.

Sollten sich Erkrankungen an Noroviren in Krankenhäusern, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen häufen und ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich sein, ist es nach dem Infektionsschutzgesetz Pflicht, diese zu melden – insbesondere wenn eine erkrankte Person Tätigkeiten im Gaststätten- oder Lebensmittelbereich ausführt (§42 IfSG).

Hygienemaßnahmen

Erkrankte Personen müssen in einem Krankenhaus oder Klinikum sofort getrennt untergebracht werden. Einzelzimmer oder auch eine Kohortenisolierung von mehreren Erkrankten ist möglich. Abgeschirmt von den anderen Bereichen, sind beim Betreten oder Verlassen des Zimmers oder des Bereichs die Hände gründlich zu desinfizieren. Der Zugang ist auf wenige, festgelegte Personen zu beschränken und das Zimmer bzw. der Bereich von außen deutlich zu markieren. Idealerweise sollte eine Schleuse verfügbar sein – ebenso wie eine separate Sanitäreinrichtung. Kittel, Wäschesäcke, Abfallsammelbehälter, Pflegeutensilien und Untersuchungsinstrumente müssen innerhalb des abgeschirmten Bereiches patientenbezogen vorrätig sein.

An folgende Hygienemaßnahmen sollte gedacht werden:

  • Händedesinfektion: Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) „Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens“ (2016) beachten
  • Verwendung von Einweghandschuhen, Mund-Nasen-Schutz und Schutzkitteln: Einmalschürzen unmittelbar nach Anwendung dem Abfall zuführen, Stoffkittel nach Häufigkeit des Gebrauchs wechseln (Entsorgung direkt im bereitstehenden Wäschesack)
  • Flächendesinfektion (Präparate mit viruzider Wirkung)

Entsorgung über Abfallschlüssel 180103*

Aufgrund der hohen Infektionsgefahr sollten Abfallbeauftragte die verwendeten Materialien immer unter dem Abfallschlüssel 180103* als infektiösen Abfall (deklarationspflichtig) entsorgen. Dies erfolgt in geschlossenen Behältern, die vor dem Abtransport äußerlich zu desinfizieren sind (viruzide Mittel). So sind Handschuhe, Kittel und Mund-Nasen-Schutz nach einmaliger Verwendung zu entsorgen. Die geschlossenen Behälter hierfür sind im Patientenzimmer bereitzustellen. Verwendete, auch mit Stuhl kontaminierte Wäsche (Leib-, Bettwäsche) wird als Infektionswäsche nach dem Doppelsack-Prinzip entsorgt. Hierzu zum Transport einen sauberen Sack über den kontaminierten Sack ziehen.

Quellen