Neues Verfahren in Berlin entwickelt Abwasserreinigung mit Hilfe von Ozon

Im Klärwerk Schönerlinde wird das Abwasser von 800.000 Berlinern gereinigt. Nun investieren die Berliner Wasserbetriebe (BWB) fast 50 Millionen Euro in den Bau einer neuen Anlage, die das bereits geklärte Abwasser zusätzlich mit Ozon behandelt, bevor es in den Tegeler See zurückfließt.

Die Notwendigkeit eines solchen Baus besteht, da die Menge sogenannter Spurenstoffe, wie beispielsweise Medikamentenreste, Röntgenkontrastmittel, Hormone und Haushaltschemikalien, seit Jahren in unseren Gewässern zunimmt. Bisherige Reinigungsmethoden in den Kläranlagen konnten diese bis dato nicht herausfiltern. In einem neuen Gebäude auf dem Berliner Klärwerksgelände wird zukünftig Sauerstoff in reaktionsfreudiges, aggressives Ozon umgewandelt. Mit Hilfe des Ozons werden schwer abbaubare organische Spurenstoffe, etwa bestimmte Arzneimittel, durch eine Zwangsoxidation aufgespaltenund mit Hilfe von Mikroorganismen zu unproblematischen Stoffen abgebaut. Dabei werden nicht nur die Spurenstoffe zerstört, sondern auch Viren, Bakterien sowie Gerüche.

Das Unternehmen erwartet laut eines Berichts des Rundfunks Berlin-Brandenburgs (rbb), dass sich die Konzentration von Spurenstoffen und Mikroorganismen im Berliner Abwasser in den nächsten Jahren erhöhen wird. Dazu erklärte Vorstandschef Frank Bruckmann gegenüber dem rbb, dass die Menschen älter würden und somit mehr Medikamente nähmen. Zugleich wachse die Stadt, währenddessen der Klimawandel die Wassermenge von Havel und Spree senke.

Mit Maßnahmen wird zunächst am Klärwerk Schönerlinde begonnen, die anderen Klärwerke sollen folgen. Die neue Anlage ist in ihrer Form deutschlandweit bisher einzigartig.

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