Ausgediente Sicherheitswerkbänke erneuern Wie funktioniert die Entsorgung?

Wird eine Sicherheitswerkbank aussortiert, sind zunächst alle möglichen Gefahrenpotentiale offenzulegen (Foto: Herrndorff, AdobeStock)
Wird eine Sicherheitswerkbank aussortiert, sind zunächst alle möglichen Gefahrenpotentiale offenzulegen (Foto: Herrndorff, AdobeStock)

Sicherheitswerkbänke bieten einen optimalen Personen- und Produktschutz beim Umgang mit Zytostatika. Sie stellen ein geschlossenes System dar, dass keine gefährlichen Stoffe an die Umgebung abgeben soll. Es gelten deshalb strenge Anforderungen – insbesondere auch bei der Entsorgung.

Nach der Technischen Regel für Gefahrstoffe 525 sind Zytostatika grundsätzlich nur an geeigneten Sicherheitswerkbänken gemäß DIN 12980 oder Einrichtungen, die eine gleichwertige Sicherheit bieten (z. B. Isolatoren), in seperaten Arbeitsräumen zuzubereiten. Wichtigster Bestandteil dieser Werkbänke sind die Luftfilter. Sie schützen Personal und Produkt, indem sie die bei Zubereitungen entstehenden Zytostatika-Partikel und -Aerosole filtern.

Ist die Nutzungsdauer von zirka 15 Jahren erreicht oder soll ein neues, technisch verbessertes Modell angeschafft werden, stellt sich dem Abfallbeauftragten die Frage: Wie wird die ausgediente Werkbank entsorgt?

Nach Dekontamination und fachgerechter Montage unter einem Sicherheitszelt darf das Material von Sicherheitswerkbänken, an denen zytostatische Arzneimittel hergestellt wurden, dem Metallrecycling zugeführt werden. Doch bevor dieser Schritt stattfinden kann, sind einige Vorkehrungen zu treffen.

Schutzmaßnahmen vor der Entsorgung notwendig

Ist die Entscheidung für eine neue Werkbank getroffen, die der Sicherheitsanforderung DIN 12980:2017-05 entspricht oder hat eine der vorgeschriebenen Wartungen den Bedarf ergeben, muss – bevor der Entsorger hinzugezogen wird – der Koordinator Biologische Sicherheit und der Abfallbeauftragte der Stabsstelle Sicherheitswesen/Umweltschutz bei der beabsichtigten Entsorgung hinzugezogen werden.

Wird eine Sicherheitswerkbank aussortiert, sind zunächst alle möglichen Gefahrenpotentiale und Kontaminationen der Werkbank offenzulegen. Die Universität Göttingen gibt hierzu folgende Hinweise:

  • Das Verfahren zur Dekontamination wird in Abstimmung mit der Genehmigung (Gentechnik, Biostoffe) und der Art der Nutzung (Umgang mit Gefahrstoffen) festgelegt.
  • Vor der Abgabe einer Sicherheitswerkbank zur Entsorgung muss durch den Nutzer ggf. eine geeignete Dekontamination durchgeführt und schriftlich bestätigt werden (Nutzung von Formblättern).
  • Die Abfallbeauftragten beraten ausgehend von den Gefahren durch die Werkbank (Kontaminationen), welcher Abfallart die Sicherheitswerkbank zuzuordnen ist und welcher Entsorgungsweg genutzt werden sollte.
  • Ausgenommen von dieser Vorgehensweise ist nur die Entsorgung einer Sicherheitswerkbank, die ausschließlich dem Produktschutz gedient hat und bei der jegliche Kontamination mit gefährlichen bzw. infektiösen Stoffen und gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) vollständig ausgeschlossen werden kann. Die notwendigen Formblätter müssen auch in diesen Fällen ausgefüllt werden.

Sichere Entsorgung der Zytostatika-Sicherheitswerkbank

Bei der Zerlegung und Entsorgung von Werkbänken fallen unterschiedliche Abfallarten an. Um beim Filterwechsel oder -ausbau im Zuge der Entsorgung eine Kontamination der involvierten Personen und der Umgebung auszuschließen, sind umfassende Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Mit folgenden Schutzmaßnahmen garantieren zertifizierte und spezialisierte Entsorger das kontaminationsfreie Zerlegen und Entsorgen der Zytostatika-Werkbänke:

  • Errichten einer Sicherheitszone bzw. luftdichte Umhüllung der Laborbank durch ein Sicherheitszelt
  • Nutzung eines Sicherheitssaugers (Staubklasse H)
  • Persönliche Schutzausrüstung für alle involvierten Mitarbeiter (zwei Schutzanzüge)
  • Verwendung UN-codierter Gefahrgutbehälter für ausgebaute Luftfilter und anfallende gefährliche Abfälle
  • Dekontamination der Werkbank

Diese Maßnahmen sind ebenfalls vor dem Hintergrund notwendig, als dass sich beispielsweise Zytostatika-Reste auch an Wänden und Arbeitsflächen der Werkbank absetzen können. Luftfilter von Sicherheitswerkbänken werden nach AS 180108* (gefährlicher Abfall) entsorgt. Die dekontaminierte Werkbank wird als Metallschrott entsorgt und entsprechend recycelt.

Quellen

Wird eine Sicherheitswerkbank aussortiert, sind zunächst alle möglichen Gefahrenpotentiale offenzulegen (Foto: Herrndorff, AdobeStock)
Wird eine Sicherheitswerkbank aussortiert, sind zunächst alle möglichen Gefahrenpotentiale offenzulegen (Foto: Herrndorff, AdobeStock)