Kontrastmittel im Krankenhaus

Röntgenkontrastmittel gehören zu den vorwiegend in Krankenhäusern verwendeten Arzneimitteln. Grundsätzlich gelten diese Kontrastmittel als ungefährlich. Dennoch rücken sie seit einiger Zeit verstärkt in den Blickpunkt von Fachkreisen und der Öffentlichkeit. Grund sind ihr zunehmendes Vorkommen und die steigenden Konzentrationen in unserem Wasserkreislauf. Wasserlösliche, jodhaltige Kontrastmittel werden nahezu komplett mit dem Urin wieder ausgeschieden. Auf diesem Wege gelangen sie über das Abwasser, die Kanalisation und die Klärwerke in unseren Wasserkreislauf. Die Klärwerke sind nicht in der Lage sie zu filtern oder zu eliminieren. Entsprechend sind die Belastungen des Trinkwassers und der aquatischen Umwelt mit Kontrastmitteln in den vergangenen Jahren gestiegen.

Ursächlich hierfür ist die demografische Entwicklung. Das Lebensalter steigt und die auftretenden Erkrankungen führen zu einem vermehrten Eintrag von medizinischen Stoffen und Medikamenten. Zudem können während der biologischen Abwasseraufbereitung, durch Filtertechniken oder Ozonbehandlung neue Umwandlungsprodukte entstehen, deren Eigenschaften und schädliche Langzeitwirkungen auf unsere Umwelt bisher nicht abschließend bewertet werden können.

Anwendungsgebiet und Menge

Jodhaltige Röntgenkontrastmittel werden heute vor allem bei Computertomografie (CT), Herzkatheter-Untersuchungen, Angiografie, Kardiografie, Urografie und Myelografie genutzt. Im Jahr 2000 lag der jährliche Verbrauch in Deutschland nach wissenschaftlichen Studien zwischen 360 und 500 Tonnen. Allein für Berlin wurden jährlich rund 15 Tonnen errechnet. In den letzten Jahren ist der Verbrauch an Kontrastmitteln noch gestiegen. Aktuelle Pilotstudien des Geochemikers Michael Bau, Professor für Geowissenschaften an der Jacobs University in Bremen, zeigen, dass sich unter anderem anormal hohe Konzentrationen des Kontrastmittels Gadolinium im Trinkwasser befinden. Die Zeitschrift Öko-Test konnte in eigenen Studien diese Ergebnisse für zahlreiche deutsche Städte und Gemeinden bestätigen. Insbesondere Städte im Einzugsgebiet des Rheins und der Ruhr sowie der Westen von Berlin sind betroffen. In den letzten Jahren haben die gemessenen Konzentrationen hier deutlich zugenommen.

Ein wichtiger Grundsatz ist es deshalb, den Eintrag von belastetem Urin in den Wasserkreislauf zu minimieren. Röntgenkontrastmittel oder mit Arzneimitteln belasteter Patientenurin lässt sich einfach, dezentral und hygienisch sammeln bzw. entsorgen.

Mit Kontrastmittel belasteter Urin – Sammelurinbehälter nutzen

Um mit Kontrastmittel belasteten Urin zu entsorgen und den Wasserkreislauf zu entlasten, bieten sich Sammelurinbehälter an. Im Unreinraum der Station zwischengelagert, können sie vom internen Entsorgungsdienst täglich abgeholt werden. Je nach gewähltem Entsorgungsweg ist eine direkte Beseitigung als Restabfall oder als Sonderabfall möglich.

Als Restabfall entsorgen

Zudem ist es möglich die Sammelurinbehälter bereits direkt auf den Stationen dem Restmüll zuzuführen. Durch Verwendung von speziellem Geliergranulat lässt sich der Urin verfestigen. Die Sammelurinbehälter können entsprechend auslaufsicher den stationären Restabfallsammelbehältern und nach dem internen Transport den Müllpressen des Krankenhauses zugegeben werden. Die entsprechenden Entsorger holen die Abfälle ab und transportieren sie zu den genehmigten Verbrennungsanlagen.

Als Sonderabfall entsorgen

Die im Unreinraum der Station zwischengelagerten Sammelurinbehälter werden in Transportkisten zur Abholung durch den Entsorger an einem zentralen Ort (i.d.R. Kühlraum) zur Abholung bereitgestellt. Der Urin muss in diesem Fall nicht verfestigt werden. Das beauftragte Unternehmen entsorgt den Abfall als Sonderabfall. Der belastete Urin wird in einer Sonderabfallanlage verbrannt.

Quellen