Endoskope entsorgen

Entsorgung von Endoskopen: Nicht immer ist die Aufbereitung möglich (Foto: okrasiuk, AdobeStock)
Entsorgung von Endoskopen: Nicht immer ist die Aufbereitung möglich (Foto: okrasiuk, AdobeStock)

Wenn Mediziner in Körperhöhlen und Hohlorgane blicken oder minimalinvasive Operationen durchführen, kommen Endoskope zum Einsatz. In der Regel werden diese nach dem Gebrauch gemäß der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) für den neuerlichen Gebrauch aufbereitet (Vermeidungsprinzip). In bestimmten Fällen ist dies jedoch nur unter sehr hohem Aufwand bzw. unter Anwendung spezieller Verfahren möglich und erfordert ggf. sogar eine Entsorgung des Gerätes. Darüber hinaus werden bei bestimmten Anwendungen (in manchen Einrichtungen auch allgemein) Einweg-Endoskope verwendet, die ebenfalls sachgemäß entsorgt werden müssen.

Welche Typen von Endoskopen gibt es?

Im Großen und Ganzen gibt es drei verschiedene Typen von Endoskopen, die je nach Anwendungsart in Krankenhäusern und Kliniken eingesetzt werden:

  • starre Endoskope
  • flexible Endoskope
  • Kapselendoskope

Während bei starren und flexiblen Endoskopen zwischen Ein- und Mehrwegprodukten unterschieden wird, sind Kapselendoskope ausschließlich einfach verwendbar und bedürfen somit in jedem Fall nach Gebrauch einer sachgemäßen Entsorgung.

Wann und wie müssen Mehrweg-Endoskope entsorgt werden?

Starre und flexible Mehrweg-Endoskope sind in Krankenhäusern und Kliniken am häufigsten im Einsatz und werden nach jeder Verwendung für den Weitergebrauch aufbereitet. Das Aufbereitungsverfahren ist in der KRINKO-Empfehlung  „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ beschrieben. Es umfasst eine Vorreinigung im Untersuchungsraum sowie eine Bürstenreinigung der Endoskopkanäle, Reinigungsspülung, Desinfektion, Schlussspülung und Trocknung im Aufbereitungsraum. Zur Qualitätssicherung werden periodisch mikrobiologische Kontrollen der Endoskope durchgeführt.

Nach einer gründlichen Aufbereitung können selbst Endoskope, die zuvor mit Gefahrstoffen in Kontakt gekommen sind, wiederverwendet werden. Einen Sonderfall bilden prionen- bzw. TSE-assoziierte Risiken wie durch die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK/vCJK). Nach Einsatz in nicht-hochinfektiösen Geweben von CJK-Patienten können flexible Endoskope mithilfe des chaotropen Salzes Guanidinium(iso)thiozyanat (GdnSCN) wiederaufbereitet und -verwendet werden. Das Institut für Neuropathologie der Universitätsmedizin Göttingen bietet eine solche Aufbereitung von Geräten kostenpflichtig an und verleiht zudem Endoskope aus einem zentralen Geräte-Pool speziell für Untersuchungen von CJK-Patienten. Nach Kontakt mit hochinfektiösem Gewebe wie Gehirn, Rückenmark oder Auge ist hingegen von einer Wiederverwendung abzusehen. Das Endoskop sollte in diesem Fall gemäß AS 180103* als gefährlicher Abfall entsorgt werden, weshalb das Rover Koch-Institut (RKI) bei Untersuchungen von CJK-Patienten die Verwendung von Einweg-Endoskopen empfiehlt.

Entsorgung von Einweg-Endoskopen

Einweg-Endoskope kommen nicht nur, wie empfohlen, bei Untersuchungen von CJK-Patienten zum Einsatz. Manche Krankenhäuser und Kliniken nutzen sie selbst in Fällen, in denen eine Aufbereitung möglich wäre. Als Gründe werden hierfür mitunter eine verbesserte Hygiene durch den kompletten Ausschluss von Kreuzkontaminationen, das Wohlempfinden der Patienten wegen der höheren Flexibilität der Geräte sowie das Wegfallen aufwendiger Aufbereitung und hoher Betriebskosten angeführt. Hersteller argumentieren zudem, dass Einweg-Endoskope ressourcenschonender und klimafreundlicher als eine Aufbereitung seien.

Wie Einweg-Endoskope entsorgt werden müssen, hängt davon ab, ob sie womöglich nach Gebrauch mit gefährlichem Material kontaminiert sind. Besteht kein Grund zur Annahme einer möglichen Kontamination, können sie gemäß AS 180104 entsorgt werden. Besteht hingegen Kontakt zu ansteckendem Material, – bspw. bei TBC-Patienten – erfolgt die Entsorgung gemäß AS 180103*.

Entsorgung von Kapselendoskopen

Kapselendoskope werden zur Diagnostik im Bereich des Dünndarms verwendet. Dazu werden sie vom Patienten geschluckt und später wieder über den Stuhlgang ausgeschieden. Sie einfach mit dem Stuhl über das Abwassersystem zu entsorgen ist jedoch unzulässig und unter Umständen sogar gefährlich, weshalb die Kapseln zur sachgemäßen Entsorgung nach dem Ausscheiden zu bergen sind. Manche Hersteller bieten hierfür spezielle Magnetstäbe an. Patienten geben die geborgenen Kapseln in der behandelnden Praxis ab. Wie bei anderen Einweg-Endoskopen werden auch diese in Abhängigkeit ihrer Gefährlichkeit entweder nach Abfallschlüsselnummer 180104 oder AS 180103* entsorgt.

Quellen

Entsorgung von Endoskopen: Nicht immer ist die Aufbereitung möglich (Foto: okrasiuk, AdobeStock)
Entsorgung von Endoskopen: Nicht immer ist die Aufbereitung möglich (Foto: okrasiuk, AdobeStock)