Entsorgung von Propofol

Propofol ist ein beruhigender und betäubender Wirkstoff, der unter anderem zur Narkoseeinleitung und zur Sedierung genutzt wird. (Bildrechte: S...)
Propofol ist ein beruhigender und betäubender Wirkstoff, der unter anderem zur Narkoseeinleitung und zur Sedierung genutzt wird. (Bildrechte: S...)

Der Wirkstoff Propofol (C12H18O) wird in der Medizin zur Einleitung von Narkosen und zur Sedierung von Patientinnen und Patienten genutzt. Aufgrund des schnellen Wirkungseintritts und der kurzen Wirkdauer gehört Propofol zu den meist verwendeten Substanzen. Um die Sicherheit der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden im OP zu gewährleisten, muss ein dauerhaft sicherer Umgang auch bei der Entsorgung sichergestellt sein.

Propofol ist ein beruhigender und betäubender Wirkstoff, der aufgrund seiner Hauptindikation bei der Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie sowie bei der Sedierung von beispielsweise zu beatmenden Patientinnen und Patienten in der Intensivmedizin eingesetzt wird. Hier muss ein regelmäßiges Monitoring der Patientinnen und Patienten stattfinden, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen. Propofol gehört zu den kurz wirkenden intravenösen Anästhetika. Das Narkotikum wirkt bereits zehn bis 20 Sekunden nach der Injektion und hält bei einmaliger Applikation acht bis neun Minuten an. Die Wirkung kann durch kontinuierliche Infusionen oder wiederholte Bolusapplikationen aufrechterhalten werden. Für eine ausreichende Narkosetiefe wird Propofol immer mit einem Opioid kombiniert.

Risiken und Missbrauch von Propofol

Problematisch ist die sehr geringe therapeutische Breite des Wirkstoffes. Auch eine Überdosierung kann lebensbedrohliche Auswirkungen haben, wie beispielsweise Atemdepressionen, die vollständigen Atemstillstand verursachen. Bei falscher Dosierung oder (unbekannten) Vorerkrankungen der Patientinnen und Patienten kann die Indikation auch zu einem Propofol-Infusionssyndrom (PRIS) führen. Dabei handelt es sich um eine schwerwiegende Kreislaufstörung, die in ca. 85 Prozent der Fälle tödlich endet.

Die Indikation von Propofol fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, trotzdem kann der Missbrauch und der nicht aus medizinischen Zwecken erfolgte Verkauf nach dem Arzneimittelgesetz gesetzlich geahndet werden. Es sind aber nur wenige Fälle von Propofolmissbrauch bekannt, die schlussendlich zum Tod der Betroffenen geführt haben. Gerade im Gesundheitswesen, wo die Beschaffungshürden am geringsten sind, gibt es die meisten Missbrauchsfälle.

Propofol nach einmaliger Verwendung entsorgen

Überschreitet Propofol das Verfallsdatum, wird nicht mehr benötigt oder wurde nicht vollständig verbraucht, muss dieses fachgerecht gesammelt und entsorgt werden. Hier ist zu beachten, dass propofolhaltige Arzneimittel ausschließlich für den einmaligen Gebrauch bei einzelnen Patientinnen und Patienten zugelassen sind. Angebrochene Behältnisse – wie Durchstechflaschen, Glasampullen sowie Spritzen oder Infusionssysteme – müssen nach der Benutzung verworfen werden, da bei einer erneuten Verwendung keine aseptische Entnahme des Propofols gewährleistet werden kann. Aufgrund der Gefährlichkeit des Wirkstoffes sind bei der Entsorgung, Lagerung und beim Transport hohe Sicherheitsstandards zu beachten.

Kleinstmengen sowie verwendete Kanülen o. ä. können Kliniken nach AS 180104 entsorgen. Größere Mengen sind als Chemikalienabfall gemäß AS 180107 zu entsorgen – dabei muss das Sicherheitsdatenblatt des Herstellers beachtet werden. Aufgrund der Gefährlichkeit des Wirkstoffes muss Propofol unter Verschluss in gut belüftetem Raum gelagert und nach den in der ADR verankerten Regelungen transportiert werden.

Quellen

Propofol ist ein beruhigender und betäubender Wirkstoff, der unter anderem zur Narkoseeinleitung und zur Sedierung genutzt wird. (Bildrechte: S...)
Propofol ist ein beruhigender und betäubender Wirkstoff, der unter anderem zur Narkoseeinleitung und zur Sedierung genutzt wird. (Bildrechte: S...)